Beschreibung
„Eine große, eine einmalige und doch so menschliche und anziehende Persönlichkeit“, nannte Papst Paul VI. sie, als er ihr 1970 als erster Frau den Titel „Lehrerin der Kirche“ zuerkannte: Teresa von Avila.
Zu Lebzeiten geriet sie ins Visier der Inquisition, weil sie entgegen der Tradition einen persönlichen Umgang mit Gott pflegte; sie redete mit ihm wie mit einem Freund.
Das machte sie nicht nur bei den Glaubenswächtern verdächtig, sie verstieß damit auch gegen die damals herrschende Auffassung von der geistigen und spirituellen Minderwertigkeit der Frau.
Obwohl geistliche Schriften in der Volkssprache verboten waren, verfasste Teresa ihre Lebensgeschichte und beschrieb in mehreren Büchern ihre inneren Erfahrungen.
Doch Teresa von Avila war nicht nur eine große Mystikerin des Christentums, sondern vor allem auch eine bodenständige Frau mit großer Tatkraft.
Sie unternahm Reisen in ganz Spanien und gründete zahlreiche Klöster, die nicht nur Orte des Gebetes und der Einkehr waren, sondern auch Schutzräume, in denen Frauen in einer von Männern dominierten Gesellschaft nach ihren eigenen Vorstellungen leben konnten.
Ihre Mitschwestern rief sie dazu auf, sich keine Angst einjagen zu lassen. Sie sollten zeigen, „was in ihnen steckt“, damit sie „die Männer in Erstaunen versetzen“.
Referentin / Referent
Schwerpunkt seiner schriftstellerischen Arbeit sind Biografien; porträtiert hat er u.a. Hannah Arendt, Hermann Hesse, Joseph Goebbels, Franz Kafka, Simone de Beauvoir und Dietrich Bonhoeffer.
Für seine Bücher erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2001 den Evangelischen Buchpreis, 2004 den Deutschen Jugendliteraturpreis für seine Biografie über Ulrike Meinhof, 2007 den Rosenheimer Literaturpreis, 2017 den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur und 2023 den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Lebenswerk.
Er lebt in der Nähe von München.
Termin(e)
Teilnahmegebühr
Veranstaltungsort
Kontakt
Dietrich Bonhoeffer Akademie
office@dietrich-bonhoeffer-akademie.de